Gute Frage, weil „in Signalwege eingreifen“ sehr unterschiedlich aussehen kann – und genau da würde ich ansetzen, statt einzelne Substanzen in gut oder schlecht einzuteilen.
Ein Wirkstoff kann zum Beispiel einen Rezeptor gezielt aktivieren oder blockieren, ein anderer greift weiter oben in eine Kaskade ein und beeinflusst damit gleich mehrere nachgeschaltete Prozesse. Je breiter der Eingriff, desto schwieriger ist es, Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen vorher abzuschätzen – vor allem, wenn es kaum Langzeitdaten am Menschen gibt. Tier- oder Zellstudien sind dafür kein Ersatz.
Für mich wären deshalb eher diese Fragen entscheidend als der Name allein:
- Gibt es belastbare Daten am Menschen oder nur präklinische Hinweise?
- Ist der Effekt reversibel, oder greift er in Systeme ein, die sich nur langsam erholen, zum Beispiel Hormonachsen oder die Immunregulation?
- Wie gut ist das Produkt überhaupt charakterisiert? Reinheit sagt nichts über Identität aus, und ohne passende Analytik (zum Beispiel HPLC plus MS, bei Bedarf Endotoxin-Test) und Chargenkonsistenz bleibt vieles Spekulation.
- Gibt es Vorerkrankungen, Medikamente oder andere Substanzen, die in denselben Signalweg eingreifen? Da können sich Risiken schnell summieren, ohne dass man es an einem einzelnen Wert sieht.
Deswegen würde ich bei allem, was tief in Stoffwechsel-, Hormon- oder Immun-Signalwege eingreift, besonders vorsichtig sein und das im Zweifel vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, statt sich nur auf Foren-Erfahrungen zu verlassen. Das ist keine Garantie für Sicherheit, aber es hilft, pauschale Empfehlungen zu vermeiden.
Welche Substanzklassen meinst du konkret? Dann lässt sich das sicher besser einordnen als allgemein über „Signalwege“ zu sprechen.