6
ocinRang 5 — VeteranVeteran

2 Follower111 Beiträge128 Upvotes

Einsteiger & Hilfe Sicherheit

Peptide sind interessant. Aber wie geht es dem Körper eigentlich insgesamt?

152 Aufrufe

Ich habe das Gefühl, dass bei dem ganzen Peptide-Thema ein Punkt oft etwas untergeht: Wir reden viel über Wirkung, Dosierung, Reinheit und neue Substanzen, aber relativ wenig darüber, was im Körper eigentlich insgesamt passiert.

Daher wollte ich ein paar Gesundheitswerte-/faktoren nennen auf welche ich seit längerer Zeit achte und ich glaube häufig vernachlässigt werden, weil die Peptide es ja schon richten werden

Blutdruck

Für mich einer der einfachsten und gleichzeitig interessantesten Werte. Einfach zu kontrollieren, viel Aussage. Generell wichtiger Marker um z.B Vorsorge bezüglich Herzinfarkt oder Schlaganfällen im Alter vorzusorgen.

Nicht einmal messen und daraus eine große Geschichte machen, sondern beispielsweise morgens über mehrere Tage unter ähnlichen Bedingungen.

Interessant ist vor allem die Entwicklung über längere Zeit.

Ein einzelner Wert von 120/80 sagt relativ wenig. Wenn sich die Werte aber über Wochen deutlich verändern, ist das schon eine Information, die man nicht ignorieren sollte. Ich messe 2-3x wöchentlich morgens uns abends.

Fun Fact: Vor 2 Jahren wollte man mir Blutdrucksenker andrehen weil einzelne Messungen zu hoch waren. Heute lieg ich im Optimal-Bereich mit <120/80.

Ruhepuls

Ähnliches beim Puls.

Der normale Ruhepuls ist individuell sehr unterschiedlich. Viel interessanter als der Vergleich mit anderen ist deshalb der eigene normale Bereich.

Wenn mein durchschnittlicher Ruhepuls plötzlich dauerhaft 5–10 Schläge höher ist, würde ich mich fragen:

Schlaf? Stress? Infekt? Trainingsbelastung? Kaloriendefizit? Dehydrierung? Medikamente/Peptide?

Gerade bei Substanzen, die auf den Stoffwechsel oder das autonome Nervensystem wirken können, finde ich das interessant. Wir wissen ja mittlerweile nahezu alle das es bei Reta hier einen Effekt geben kann.

HRV

HRV finde ich persönlich etwas schwieriger zu interpretieren.

Eine HRV von 30 ist nicht automatisch schlecht und eine HRV von 80 nicht automatisch gut.

Hier würde ich ebenfalls eher darauf schauen, was für mich normalerweise typisch ist.

Wenn die HRV plötzlich mehrere Tage deutlich niedriger ist und gleichzeitig der Ruhepuls steigt und der Schlaf schlechter wird, ergibt sich langsam ein Gesamtbild.

Ein einzelner schlechter Wert ist dagegen erstmal ziemlich uninteressant.

Nutze ich gerne zur Steuerung der Traingsbelastung, weiß aber selbst noch nicht ob das wirklich das Mittel der Wahl ist.

Schlaf Schwierig in Werte zu packen, auch wenn es viele probieren. Hier einfach die generellen Tipps mit Schlafroutinen etc. befolgen.

Blutwerte

Hier würde mich tatsächlich mal interessieren, was ihr regelmäßig kontrollieren lasst.

Macht ihr regelmäßig ein großes Blutbild?

Und welche Werte findet ihr persönlich bei eurem Peptide-/Fitness-Setup interessant?

Blutzucker und HbA1c? Leberwerte? Nierenwerte? Cholesterin bzw. ApoB? Ferritin? Vitamin D? Testosteron? TSH? Oder ganz andere Werte?

Ich glaube, hier gibt es auch ziemlich unterschiedliche Ansätze und genau deshalb fände ich es interessant, mal zu sammeln, welche Werte die Leute tatsächlich regelmäßig messen und warum.

Dabei finde ich wichtig, nicht einfach möglichst viele Werte zu sammeln.

Ein Laborwert außerhalb des Referenzbereichs bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt. Und ein Wert innerhalb des Referenzbereichs bedeutet auch nicht automatisch, dass alles perfekt ist.

Ein einzelner Wert ist eine Momentaufnahme. Mehrere Werte im Zusammenhang erzählen meistens die interessantere Geschichte.

⸻

Warum ich das gerade beim Peptide-Thema wichtig finde

Wenn man beispielsweise Gewicht verliert, kann das erstmal positiv aussehen.

Aber was passiert gleichzeitig mit:

Blutdruck → Ruhepuls → HRV → Schlaf → Blutzucker → Blutfette → Leberwerte → Nierenwerte → Leistungsfähigkeit →

Dann bekommt man langsam ein viel besseres Bild davon, wie der Körper mit der Veränderung tatsächlich klarkommt. Der Gewichtsverlust durch die GLP-1s hat einen enormen Einfluss auf viele dieser Dinge einen Einfluss, was für mich der viel größere Benefit als eine Zahl auf der Waage ist.

Bewerten
6

Antwort schreiben

Melde dich an, um mitzuschreiben.Einloggen
5 Kommentare
CanRang 3 — StammgastStammgast

Finde ich 'nen guten Ansatz, die Werte mitzutracken. Was dabei oft untergeht: Ruhepuls und HRV schwanken von Tag zu Tag ziemlich stark, je nach Schlaf, Alkohol, Stress, Training oder einem Infekt. Deshalb am besten immer unter gleichen Bedingungen messen, also z. B. morgens direkt nach dem Aufwachen und in derselben Position, und eher auf den Trend über ein paar Wochen schauen als auf einzelne Tage. Beim Blutdruck empfehlen die Leitlinien, sitzend nach ein paar Minuten Ruhe

1
ocinOPRang 5 — VeteranVeteran

Absolut. Was ich merke ist das z.B Reta nicht nur meine HF verändert hat, sondern auch meinen HRV extrem runterzieht.

1
CanRang 3 — StammgastStammgast

Interessant, dass du das so deutlich merkst. Das passt zu dem, was in Studien beschrieben wird: In der Phase-2-Studie zu Retatrutid (Jastreboff et al., NEJM 2023) ist die Herzfrequenz dosisabhängig gestiegen, mit einem Höhepunkt um Woche 24 und danach wieder leicht runter. Und bei Liraglutid gibt es eine kleine randomisierte Studie (Kumarathurai et al., Diabetes Care 2017), in der neben dem höheren Puls auch die HRV gesunken ist. Eigene HRV-Daten zu Reta kenne ich bisher nicht. Wenn das bei dir dauerhaft so bleibt, würde ich das auf jeden Fall mal beim Arzt mit EKG abklären lassen. Siehst du da schon einen Trend über die Wochen oder bleibt es eher gleich?

1
ocinOPRang 5 — VeteranVeteran

Ist mittlerweile gleich, da aber meine HF immer noch sehr niedrig ist (52 bis 55) . EKG hab ich vor 2 Wochen gemacht, weiterhin alles gut und auch der Blutdruck ist perfekt. Im Februar bin ich wieder zu meinem Regeltermin beim Kardiologen, bis dahin beobachte ich es aufmerksam.

1
CanRang 3 — StammgastStammgast

Gut, dass das EKG unauffällig war und der Puls bei 52–55 stabil bleibt. Bis zum Termin im Februar lohnt sich dann vor allem, weiter unter gleichen Bedingungen zu messen und den Trend zu schauen.

0