30 KILO SPÄTER – MEIN ERFAHRUNGSBERICHT MIT RETATRUTIDE
115 kg auf knapp 84 kg. Rund acht Monate. Eine Pause. Viel Sport. Und ein Wirkstoff, der mein Verhältnis zu Essen stärker verändert hat, als ich erwartet hatte.
Heute gibt es keinen normalen Peps-with-Phil-Beitrag.
Denn über Retatrutide möchte ich nicht nur anhand von Studien schreiben.
Ich habe es selbst genommen – und damit mittlerweile über 30 kg verloren.
Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Befürworter von Reta bin. Gleichzeitig möchte ich hier nichts als Wundermittel verkaufen.
Das hier ist einfach meine Geschichte.
Der Ausgangspunkt: 115 kg
Ich war bei ungefähr 115 kg und irgendwann an dem Punkt, an dem ich gesagt habe:
Es muss sich etwas ändern.
Ich wollte abnehmen, fitter werden und mich wieder wohler in meinem eigenen Körper fühlen.
Während ich angefangen habe, mich intensiver mit Ernährung, Training und verschiedenen Möglichkeiten auseinanderzusetzen, bin ich irgendwann in der Welt der Peptide gelandet.
Und dort bin ich auf Retatrutide gestoßen.
Damals war das für mich noch ein Experiment.
Heute, rund acht Monate später, stehe ich bei knapp 84 kg.
Über 30 kg Unterschied.
Mein Start mit Reta
Ich bin damals direkt mit 2 mg pro Woche eingestiegen.
Aus heutiger Sicht war das bereits ein relativ hoher Einstieg. Das ist ausdrücklich keine Empfehlung, meinen Verlauf nachzumachen – ich erzähle hier lediglich, wie ich es persönlich gemacht habe.
Was mich wirklich überrascht hat:
Nach ungefähr zwei Tagen habe ich Reta bereits deutlich gespürt.
Und zwar nicht einfach nur dadurch, dass ich etwas weniger Hunger hatte.
In meinem Kopf hat sich etwas verändert.
Der Food Noise war plötzlich weg
Wer ständig ans Essen denkt, weiß wahrscheinlich genau, was ich mit Food Noise meine.
Was esse ich später?
Habe ich noch etwas Süßes?
Soll ich mir noch etwas holen?
Dieser permanente Hintergrundlärm wurde bei mir plötzlich unglaublich leise.
Ich hatte:
weniger Hunger, kaum noch Verlangen nach Süßigkeiten und deutlich weniger Interesse an Alkohol.
Was mich zusätzlich überrascht hat: Auch meine Lust auf Zigaretten nahm deutlich ab.
Das hatte ich überhaupt nicht erwartet.
Für mich war das rückblickend einer der größten Effekte von Reta.
Nicht nur weniger essen zu können – sondern nicht ständig darüber nachdenken zu müssen.
Es gab aber noch eine andere Veränderung
Eine Sache möchte ich nicht verschweigen:
Ich wurde teilweise auch etwas gleichgültiger.
Nicht nur Essen, Alkohol oder Zigaretten waren weniger interessant. Allgemein hatte ich teilweise das Gefühl, dass Dinge emotional weniger wichtig wurden.
Ob und wie viel davon tatsächlich unmittelbar mit Retatrutide zusammenhing, kann ich natürlich nicht beweisen.
Aber es ist etwas, das mir persönlich aufgefallen ist und deshalb für mich in einen ehrlichen Erfahrungsbericht gehört.
Von 2 mg auf aktuell 7 mg
Ich habe ungefähr alle vier Wochen gesteigert.
Gestartet bin ich bei:
2 mg pro Woche.
Mittlerweile bin ich bei:
7 mg pro Woche.
Nochmal ausdrücklich: Das ist die Beschreibung meines persönlichen Verlaufs, kein allgemeines Dosierungsschema.
Gerade bei Retatrutide sollte man nicht aus Erfahrungsberichten ableiten, dass eine bestimmte Menge für einen anderen Menschen passend oder sicher ist.
Die ersten Kilos gingen extrem schnell
Am Anfang ging das Gewicht richtig schnell runter.
Ein großer Teil davon war natürlich Wasser.
Danach begann der eigentliche Gewichtsverlust.
Und der lief bei mir erstaunlich gleichmäßig weiter.
Ich habe allerdings nicht einfach Reta genommen und auf der Couch darauf gewartet, dass die Waage weniger anzeigt.
Sport war von Anfang an ein großer Bestandteil meiner Veränderung.
Und genau das ist mir heute sogar noch wichtiger.
Mein Ziel war irgendwann nicht mehr einfach:
möglichst leicht werden.
Ich wollte fitter werden und meinen Körper verändern.
1,5 Monate komplett raus
Interessant war auch meine Pause.
Ich hatte ungefähr anderthalb Monate kein Reta genommen.
Danach bin ich wieder eingestiegen und habe meinen Weg fortgesetzt.
Gerade dadurch habe ich für mich gemerkt, dass ich Retatrutide als Werkzeug betrachten möchte und nicht als die komplette Grundlage meiner Veränderung.
Training und Ernährung müssen langfristig trotzdem funktionieren.
Nebenwirkungen? Ja.
Ich bin großer Reta-Fan.
Aber gerade deshalb möchte ich die unangenehmen Seiten nicht weglassen.
Vor allem am Anfang hatte ich Verdauungsprobleme und Durchfall.
Das war für mich die deutlichste Nebenwirkung.
Solche gastrointestinalen Beschwerden passen auch zur klinischen Studienlage. In der großen Phase-2-Studie von Jastreboff et al. (2023), „Triple-Hormone-Receptor Agonist Retatrutide for Obesity“, New England Journal of Medicine, gehörten gastrointestinale Beschwerden zu den häufigsten Nebenwirkungen.
Retatrutide ist also potent – und potent bedeutet nicht nebenwirkungsfrei.
Würde ich etwas anders machen?
Wenn ich heute wieder bei 115 kg stehen würde?
Nein.
Ich würde meinen Weg grundsätzlich wieder genauso gehen.
Das sage ich allerdings ausschließlich aus meiner persönlichen Perspektive.
Für mich hat das Ergebnis nicht nur die Zahl auf der Waage verändert.
Der viel größere Punkt ist:
Ich konnte mich selbst endlich wieder ansehen.
Das lässt sich schwer in Kilogramm ausdrücken.
Ich fühle mich fitter, beschäftige mich viel stärker mit meinem Körper und habe angefangen, Ernährung, Gym und Gesundheit komplett anders zu betrachten.
Und jetzt?
Mein nächstes Ziel sind ungefähr:
80 kg.
Damit wäre die reine Abnehmphase für mich erst einmal beendet.
Danach möchte ich den Fokus verschieben.
Nicht immer weiter Gewicht verlieren.
Sondern:
Muskulatur aufbauen.
Mein persönlicher Gedanke ist, Reta anschließend langsam zu reduzieren und zu schauen, wie sich eine niedrige Erhaltungsphase für mich entwickelt.
Ich habe dabei Größenordnungen von 1–2 mg pro Woche im Kopf.
Aber auch hier ist mir eine Sache wichtig:
Das ist mein persönlicher zukünftiger Plan – kein klinisch etabliertes Maintenance-Protokoll.
Gerade eine langfristige niedrig dosierte Anwendung zur Gewichtserhaltung beziehungsweise während eines Muskelaufbaus ist nicht einfach durch meinen Erfahrungsbericht wissenschaftlich abgesichert.
Was sagt eigentlich die Forschung?
Das Verrückte an meiner persönlichen Erfahrung ist:
Die Studiendaten zu Reta sind ebenfalls außergewöhnlich.
In der Phase-2-Studie von Jastreboff et al. (2023) verloren Teilnehmer mit der höchsten untersuchten Zieldosis nach 48 Wochen durchschnittlich 24,2 % ihres Ausgangsgewichts.
Retatrutide aktiviert gleichzeitig:
GLP-1 + GIP + Glucagon.
Genau dieser Triple-Agonismus unterscheidet den Wirkstoff beispielsweise von Semaglutid und Tirzepatid.
Die Wissenschaft hinter Reta ist also mindestens genauso spannend wie meine persönliche Erfahrung.
Aber:
Eine Studie beschreibt einen Durchschnitt. Mein Körper beschreibt nur mich.
Beides sollte man nicht miteinander verwechseln.
Mein Fazit nach über 30 kg
Ich habe schon einige Dinge aus der Peptid-Welt kennengelernt.
Nichts hat mich bisher so beeindruckt wie Retatrutide.
115 kg.
Heute knapp 84 kg.
Knapp acht Monate.
Und jetzt fehlen mir noch ungefähr vier Kilo bis zu meinem persönlichen Ziel.
Aber der größte Erfolg ist für mich nicht einmal die Zahl.
Es ist dieses Gefühl, wieder Kontrolle bekommen zu haben.
Weniger Food Noise. Weniger Hunger. Kaum Interesse an Süßigkeiten. Bei mir sogar weniger Lust auf Alkohol und Zigaretten.
Gleichzeitig gab es Verdauungsprobleme und Veränderungen, die ich kritisch beobachte.
Deshalb werde ich Reta trotz meiner Begeisterung niemals als harmloses Wundermittel darstellen.
Aber wenn ihr mich nach meiner persönlichen Erfahrung fragt:
Retatrutide hat mein Leben verändert.
Und ja:
Ich würde diesen Weg wieder gehen.
Dies ist mein persönlicher Erfahrungsbericht und keine medizinische Empfehlung. Die genannten Dosierungen beschreiben ausschließlich meinen eigenen Verlauf. Retatrutide befindet sich weiterhin in klinischer Entwicklung; individuelle Wirksamkeit und Risiken können erheblich abweichen.