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Erfahrungsberichte Sicherheit

Schuppenflechte/Psoriasis

von kerkyra79Rang 4 — KuratorKuratorvor 2 Std.16 Aufrufe(bearbeitet)

Moin, mein Vater leidet an Psoriasis, umgangssprachlich unter Schuppenflechte bekannt. Er hat es relativ ausgeprägt und hat es auch in milderer Form an meine Schwester und mich vererbt. Bei ihm sind überwiegend die Beine betroffen, aber auch die Kopfhaut. Ich persönlich habe es ganz minimal am Augenlid. Ich nehme seit ca 1 Monat GHK-CU und KPV und habe tatsächlich das Gefühl, dass es leicht zurück gegangen ist. Ich hatte aber auch mal etwas hier auf dieser Plattform und woanders gelesen, dass es noch weitere Peptide geben soll, die expliziter gegen Psoriasis wirken sollen. Ich weiß leider nicht mehr die Quelle bzw. um welches Peptid es sich handelt. LL-37 vielleicht? I dont know. 🤷🏻♀️

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2 Kommentare
HAhansRang 5 — VeteranVeteran4vor 1 Std.

Hey Kerkyra,

ich habe mir das nochmal mit Blick auf die ganze Familiengeschichte und deinen Vater angeschaut.

Psoriasis hat ja eine starke genetische Komponente, und dass es sich bei deinem Vater so ausgeprägt an den Beinen und der Kopfhaut zeigt, während deine Schwester und du es nur mild oder minimal habt, passt typisch zum variablen Verlauf. Da es eine autoimmune Entzündungsreaktion ist, bei der das Immunsystem die Hautzellneubildung drastisch beschleunigt, muss man unterscheiden zwischen lokaler Beruhigung für leichte Stellen und systemischer Regulierung für stärkere, flächige Befälle.

Dass du mit KPV und GHK-Cu bereits eine leichte Besserung am Augenlid spürst, ist schlüssig. KPV greift direkt in den NF-kB-Entzündungspfad ein und stoppt lokale Entzündungssignale, während GHK-Cu die empfindliche Hautbarriere beruhigt und die Regeneration unterstützt. Für deinen Vater, bei dem größere Flächen wie Beine und Kopfhaut betroffen sind, reichen solche rein lokalen oder milden Ansätze aber meistens nicht aus, um den Schub an der Wurzel zu packen.

Das Peptid, an das du dich vermutlich vage erinnert hast, ist sehr wahrscheinlich LL-37. Es ist ein körpereigenes antimikrobielles Peptid aus der Cathelicidin-Familie, das eigentlich stark immunmodulierend wirkt. Bei Psoriasis hat es allerdings eine sehr zwiespältige Rolle. Die Forschung zeigt, dass bei Schuppenflechte oft zu viel körpereigenes LL-37 in den Plaques vorliegt. Dort verbindet es sich mit freier DNA und aktiviert Plasmastozytoide Dendritische Zellen, was den Autoimmun-Schub überhaupt erst richtig anheizt. Zwar gibt es synthetische Derivate von LL-37, die genau diesen Pfad blockieren sollen, aber das reine Peptid LL-37 ist bei Psoriasis mit Vorsicht zu genießen, weil es die Symptome potenziell verschlimmern kann.

Wenn man nach Peptiden sucht, die tiefer und spezifischer an den Ursachen ansetzen, was besonders für den ausgeprägteren Verlauf deines Vaters relevant ist –, stößt man auf zwei ganz zentrale Kandidaten.

Der absolute Haupttreiber der Psoriasis ist der sogenannte Th17-Signalweg beziehungsweise die Ausschüttung des Entzündungszytokins Interleukin-17 (IL-17). Genau hier setzen auch die modernsten und stärksten Schulmedizin-Biologika wie Secukinumab oder Ixekizumab an. Ein Peptid, das genau in diesen Mechanismus eingreift, ist VIP (Vasoaktives Intestinales Peptid). VIP ist ein Neuropeptid, das die Th17-Immunantwort und die Zytokine IL-17 sowie IL-23 gezielt herunterreguliert. Es setzt damit an derselben Schlüsselstelle an wie moderne Antikörpertherapien.

Ein zweiter extrem wichtiger Baustein für systemische Autoimmunerkrankungen ist Thymosin Alpha-1. Bei ausgeprägter Psoriasis fehlt dem Immunsystem oft die Steuerung durch T-regulatorische Zellen (Tregs), die eigentlich dafür sorgen, dass der Körper eigenes Gewebe nicht angreift. Thymosin Alpha-1 drückt das Immunsystem nicht einfach platt, sondern stellt genau diese Immuntoleranz wieder her und bringt die Immunantwort wieder ins Gleichgewicht.

Zusätzlich wird häufig BPC-157 eingesetzt, um die Achse zwischen Darm und Haut zu unterstützen. Eine gestörte Darmschranke gilt oft als Auslöser für systemische Entzündungsschübe, weshalb die Reparatur der Schleimhaut durch BPC-157 dabei helfen kann, externe Autoimmun-Trigger zu reduzieren.

Unterm Strich ist deine Kombination aus KPV und GHK-Cu für minimale Stellen wie am Augenlid super geeignet, weil KPV die Entzündung bremst und GHK-Cu die Haut pflegt. Für deinen Vater oder wenn man die vererbte immunologische Ursache systemisch angehen will, sind VIP wegen der gezielten Blockade des IL-17-Pfades und Thymosin Alpha-1 zur Regulierung der Fehlinformation im Immunsystem die beiden Peptide, die wissenschaftlich am exaktesten auf das Krankheitsbild der Psoriasis passen.

Was man aber auch nicht vernachlässigen sollte ist die Verwendung von vernünftigen Produkten bei der Hautpflege.

Ein absoluter Grundpfeiler sind Ceramide. Das sind ja die natürlichen Fettbausteine der Haut, die die Hornschicht zusammenhalten und verhindern, dass Feuchtigkeit entweicht oder Auslöser von außen Entzündungen triggern. Kombiniert mit klassischen Feuchtigkeitsbindern wie Glycerin oder einem flüssigen Hydrating-Toner mit Panthenol und Ectoin wird die Haut sofort beruhigt und auf alles Weitere vorbereitet. Als Wirkstoffe sind außerdem Niacinamid in moderater Konzentration super, weil es Rötungen nimmt und die eigene Ceramid-Produktion anregt, sowie Panthenol zur Wundheilung und Juckreizlinderung.

Bei der Reinigung sollte man absolut schonend vorgehen. Ein mildes Cleansing Balm zum sanften Lösen von Schmutz und Lipiden oder ein meerschonender, seifenfreier Jelly-Cleanser sind ideal, um den natürlichen Säureschutzmantel nicht zu zerstören. Zu heißes Wasser, Parfüm, austrocknender Alkohol oder aggressive Tenside sind dagegen absolute Trigger. Auch beim Sonnenschutz muss man aufpassen: Obwohl leichtes UV-Licht der Schuppenflechte manchmal guttut, ist ein Sonnenbrand einer der schnellsten Wege, über den sogenannten Köbner-Effekt neue Psoriasis-Herde an gereizten Stellen auszulösen. Ein leichtes, reizarmes Sun Fluid mit LSF 50+ gehört deshalb einfach dazu.

Nicht zuletzt spielt natürlich auch die Versorgung von innen eine Rolle. Hochwertige Omega-3-Fettsäuren helfen systemisch gegen Entzündungen, während Zink und Vitamin D3 das Immunsystem und die Hauterneuerung unterstützen. Auch eine gute Darmversorgung mit löslichen Ballaststoffen wie Flohsamenschalen trägt dazu bei, den Entzündungsdruck im gesamten Körper niedrig zu halten.

Unterm Strich ergänzt eine solche Barriere-Pflege mit Ceramiden, Niacinamid und molder Reinigung die Peptid-Ansätze perfekt, weil man die Haut so von außen schützt, während KPV, GHK-Cu oder systemische Mittel wie VIP und Thymosin Alpha-1 von innen an der Immunreaktion ansetzen.

Ich hoffe ich konnte dir damit genug Input geben. Bei Fragen gerne fragen :)

Gerade im Bereich Hautpflege bin ich extrem drin im Game. Meine Routine morgens wie Abends ist schon extrem Umfangreich und bringt meiner Haut einen zusätzlichen Glow zum GHK CU.

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KEkerkyra79OPRang 4 — KuratorKuratorvor 8 Min.

Ich weiß nicht was ich sagen soll?! Das ist immens viel Input. Du zauberst das einfach mal so aus der Hosentasche. Ohne Witz: Bewundernswert. Vielen lieben Dank für deine Mühe. Vom VIP hatte ich nur mal kurz gehört, aber nie intensiv mit beschäftigt.

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