ICH HABE ÜBER 30 KG MIT RETA VERLOREN – ABER WIE VIEL DAVON WAR EIGENTLICH MUSKULATUR?
Die Waage sagt Erfolg. Aber nach über 30 Kilo Gewichtsverlust stelle ich mir mittlerweile eine andere Frage: Was genau habe ich da eigentlich verloren?
115 kg.
Heute ungefähr 84 kg.
Über 30 Kilo weniger in rund acht Monaten.
Wenn ich nur auf die Waage schaue, ist das für mich ein brutaler Erfolg.
Retatrutide hat meinen Hunger und vor allem diesen permanenten Food Noise so stark reduziert, wie ich es vorher kaum für möglich gehalten hätte.
Dazu viel Sport, Ernährung im Griff und über Monate ein Kaloriendefizit.
Aber je näher ich meinem Zielgewicht komme, desto mehr beschäftigt mich eine Frage, über die ich am Anfang ehrlich gesagt kaum nachgedacht habe:
WIE VIEL VON DEN 30 KILO WAR EIGENTLICH FETT – UND WIE VIEL MUSKEL?
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AM ANFANG WAR MIR EIGENTLICH NUR EINE ZAHL WICHTIG
Gewicht runter.
Das war’s.
Wenn morgens wieder ein paar hundert Gramm weniger auf der Waage standen, war ich zufrieden.
Und gerade am Anfang ging es teilweise richtig schnell.
Heute weiß ich natürlich:
Gewichtsverlust ist nicht automatisch Fettverlust.
Gerade zu Beginn eines starken Defizits können Wasser und gespeichertes Glykogen ordentlich schwanken.
Danach kommt hoffentlich überwiegend Fett.
Aber bei größerem Gewichtsverlust kann eben auch fettfreie Masse verloren gehen.
Und genau hier wird es für mich interessant.
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RETA FRISST NICHT EINFACH DEINE MUSKELN
Das liest man mittlerweile gerne mal:
„GLP-1s machen dich skinny fat.“
So einfach ist es meiner Meinung nach nicht.
Wenn jemand massiv Gewicht verliert, verliert er normalerweise nicht ausschließlich Körperfett – unabhängig davon, ob der Gewichtsverlust mit oder ohne Medikament stattfindet.
Bei Retatrutide zeigen Daten aus einer Phase-2-Substudie zur Körperzusammensetzung ebenfalls, dass neben Fettmasse auch fettfreie Masse abnahm. Das Verhältnis lag laut den Forschern grundsätzlich in einem Bereich, wie man ihn auch bei anderen Adipositasbehandlungen beobachten kann.
Das bedeutet für mich:
Nicht Reta „frisst“ automatisch Muskeln.
Die entscheidendere Frage ist, wie man während eines großen Gewichtsverlusts mit seiner Muskulatur umgeht.
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UND GENAU DA WÜRDE ICH HEUTE VIEL GENAUER HINSCHAUEN
Ich habe während meiner Abnahme viel Sport gemacht und auf ausreichend Protein geachtet.
Das war definitiv richtig.
Aber wenn ich heute nochmal bei 115 kg stehen würde, würde ich von Anfang an noch stärker auf einen Punkt achten:
Nicht nur Gewicht tracken – sondern Leistung und Körperkomposition.
Wie entwickeln sich meine Kraftwerte?
Wie sieht mein Körper bei gleichem Gewicht aus?
Wie verändern sich Umfänge?
Wie viel Protein bekomme ich tatsächlich rein?
Und vor allem:
Wird mein Training schlechter, während die Waage immer schneller fällt?
Denn genau das ist die Falle bei einer extrem starken Appetitunterdrückung.
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WENN DU KEINEN HUNGER HAST, KANNST DU AUCH ZU WENIG ESSEN
Das klingt erstmal komplett bescheuert.
Schließlich ist genau weniger Hunger einer der Gründe, warum Reta für mich so brutal funktioniert hat.
Aber irgendwann kann aus:
„Geil, ich habe keinen Hunger.“
auch werden:
„Scheiße, ich habe heute kaum Protein und generell viel zu wenig gegessen.“
Und das ist gerade beim Training nicht unbedingt ein Vorteil.
Wenn ich möglichst viel Muskulatur erhalten möchte, brauche ich schließlich weiterhin Krafttraining, Protein und genügend Nährstoffe.
Die Waage interessiert das nicht.
Die freut sich auch über verlorene Muskulatur.
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DIE WAAGE HAT MIR ALSO EIGENTLICH NUR DIE HALBE GESCHICHTE ERZÄHLT
Das finde ich rückblickend ziemlich spannend.
Wenn dort morgens minus 30 kg steht, fühlt sich das unglaublich eindeutig an.
Aber die Waage sagt mir nicht:
Wie viel Fett ist weg?
Wie viel Wasser?
Wie viel fettfreie Masse?
Wie viel tatsächliche Skelettmuskulatur?
Und selbst Begriffe wie „Lean Mass“ beziehungsweise fettfreie Masse werden häufig direkt mit Muskelmasse gleichgesetzt.
Das ist ebenfalls nicht korrekt.
Fettfreie Masse umfasst deutlich mehr als nur Muskeln – unter anderem Körperwasser, Organe und Knochen.
Deshalb würde ich auch bei DEXA- oder anderen Körperkompositionsmessungen nicht so tun, als könnten wir daraus auf das Gramm genau sagen, wie viel Muskel jemand verloren hat.
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WAR MEINE ABNAHME ALSO ZU SCHNELL?
Das kann ich rückwirkend nicht perfekt beantworten.
Ich habe über 30 kg verloren und bin mit dem Ergebnis extrem zufrieden.
Gleichzeitig merke ich jetzt, dass sich mein Ziel verändert.
Am Anfang wollte ich einfach:
LEICHTER WERDEN.
Heute möchte ich:
BESSER AUSSEHEN.
Und das sind zwei komplett unterschiedliche Ziele.
Ob ich am Ende 80, 82 oder 85 kg wiege, wird mir zunehmend egaler.
Wenn ich dafür mehr Muskulatur und weniger Körperfett habe, interessiert mich die Zahl auf der Waage deutlich weniger.
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UND GENAU DESHALB WIRD DIE NÄCHSTE PHASE FÜR MICH SPANNENDER ALS DIE LETZTEN KILOS
Ich komme langsam an den Punkt, an dem ich nicht mehr hauptsächlich Gewicht verlieren möchte.
Ich will Muskulatur aufbauen.
Und dadurch verändert sich gerade meine komplette Denkweise.
Nicht:
„Wie bekomme ich die Waage möglichst schnell runter?“
Sondern:
„Wie bekomme ich meinen Körper möglichst sinnvoll aufgebaut?“
Training wird wichtiger.
Protein wird wichtiger.
Regeneration wird wichtiger.
Und die Waage verliert langsam ihren Status als wichtigste Zahl.
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WÜRDE ICH ETWAS ANDERS MACHEN?
Ja.
Ich würde den gesamten Prozess von Anfang an besser dokumentieren.
Fotos unter gleichen Bedingungen.
Umfänge.
Kraftwerte.
Körpergewicht.
Vielleicht gelegentlich eine vernünftige Körperkompositionsmessung – mit dem Wissen, dass auch diese nicht perfekt ist.
Denn jetzt habe ich ein ziemlich beeindruckendes Ergebnis auf der Waage.
Aber ich hätte verdammt gerne bessere Daten darüber, WIE dieses Ergebnis eigentlich zustande gekommen ist.
Das ist wahrscheinlich eines meiner größten Learnings aus der gesamten Reta-Reise.
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UND JETZT INTERESSIERT MICH EURE ERFAHRUNG
Gerade an diejenigen, die mit Reta, Tirzepatid oder Semaglutid massiv Gewicht verloren haben:
Habt ihr währenddessen eure Kraftwerte gehalten?
Habt ihr Körperkomposition gemessen?
Hattet ihr irgendwann das Gefühl, sichtbar Muskulatur verloren zu haben?
Und die interessanteste Frage:
Würdet ihr beim zweiten Mal lieber etwas langsamer abnehmen, wenn ihr dafür möglicherweise mehr Muskulatur erhalten könntet?
Ich bin gespannt, wie unterschiedlich die Erfahrungen hier sind.
Das ist mein persönlicher Erfahrungsbericht und keine medizinische Empfehlung. Gewichtsverlust und Veränderungen der Körperzusammensetzung unterscheiden sich individuell; Körperkompositionsmessungen haben ebenfalls methodische Grenzen.