MEIN GRÖSSTER RETA-EFFEKT HAT NICHTS MIT DEN 30 KILO ZU TUN
Ich wollte eigentlich nur abnehmen. Stattdessen wurden plötzlich Essen, Alkohol, Zigaretten und teilweise sogar dieses permanente „Ich will irgendwas“-Gefühl uninteressanter.
Wenn mich jemand fragt, was Retatrutide bei mir gemacht hat, ist die offensichtliche Antwort:
Über 30 Kilo weniger.
Ich bin ungefähr bei 115 kg gestartet und mittlerweile bei rund 84 kg.
Eigentlich müsste das der mit Abstand beeindruckendste Effekt sein.
Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich:
Das Verrückteste an Reta war bei mir gar nicht die Waage.
Sondern das, was in meinem Kopf passiert ist.
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PLÖTZLICH WAR ES EINFACH… EGAL
Vor Reta kannte ich dieses permanente:
Was esse ich später?
Ich könnte noch etwas Süßes essen.
Heute Abend vielleicht was trinken.
Dieses ständige Grundrauschen rund um Essen.
Und dann wurde es plötzlich leiser.
Nicht:
„Ich darf das nicht essen.“
Sondern:
„Ich will es gerade einfach nicht.“
Und dieser Unterschied ist gewaltig.
Zum ersten Mal habe ich verstanden, was Leute meinen, wenn sie von Food Noise sprechen.
Aber dann ist etwas passiert, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
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NICHT NUR ESSEN WURDE UNINTERESSANTER
Mein Verlangen nach Süßigkeiten war massiv reduziert.
Okay. Ergibt bei einem Wirkstoff zur Gewichtsreduktion erstmal Sinn.
Aber:
Auch Alkohol wurde für mich plötzlich ziemlich uninteressant.
Und selbst mein Verlangen nach Zigaretten ging gefühlt deutlich zurück.
Das fand ich irgendwann fast faszinierender als meinen Gewichtsverlust.
Denn Alkohol und Nikotin haben offensichtlich nichts damit zu tun, ob mein Magen gerade voll ist.
Also habe ich angefangen mich zu fragen:
WAS ZUR HÖLLE PASSIERT DA EIGENTLICH MIT DEM BELOHNUNGSSYSTEM?
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UND GENAU HIER WIRD DIE FORSCHUNG RICHTIG INTERESSANT
Retatrutide wirkt gleichzeitig an GLP-1-, GIP- und Glucagon-Rezeptoren.
Gerade rund um GLP-1 und Belohnungs-/Suchtverhalten passiert wissenschaftlich momentan einiges.
Und inzwischen gibt es dazu nicht mehr nur Tierexperimente.
Eine randomisierte Studie von Hendershot et al. (2025) untersuchte Semaglutid bei Menschen mit Alkoholgebrauchsstörung.
Semaglutid reduzierte gegenüber Placebo unter anderem die konsumierte Alkoholmenge in einem Labortest sowie das wöchentliche Verlangen nach Alkohol. In der kleinen Untergruppe rauchender Teilnehmer ging außerdem die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten stärker zurück.
Und inzwischen gibt es weitere Daten.
Eine 2026 veröffentlichte randomisierte Studie mit 108 Menschen mit Adipositas und Alkoholgebrauchsstörung fand unter Semaglutid ebenfalls eine stärkere Reduktion schwerer Trinktage als unter Placebo.
Das bedeutet noch lange nicht:
„GLP-1 heilt Süchte.“
Und vor allem sind Semaglutid-Daten nicht automatisch Retatrutide-Daten.
Aber plötzlich klingt meine persönliche Beobachtung zumindest nicht mehr völlig aus der Luft gegriffen.
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BEI MIR GING ES NOCH EINEN SCHRITT WEITER
Und jetzt kommt der Teil, bei dem ich besonders vorsichtig sein möchte.
Ich hatte zeitweise nicht nur das Gefühl:
Essen ist mir egaler.
Alkohol ist mir egaler.
Zigaretten sind mir egaler.
Sondern teilweise generell:
„Mir ist irgendwie vieles egaler.“
Nicht dramatisch.
Nicht so, dass ich plötzlich emotionslos durch die Gegend gelaufen bin.
Aber ich hatte schon den Eindruck, dass dieser permanente Drang nach irgendeiner kleinen Belohnung weniger geworden ist.
Und da wird es für mich extrem spannend.
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FOOD NOISE WEG = JACKPOT. ABER WO IST DIE GRENZE?
Wenn ich 115 kg wiege und permanent ans Essen denke, ist weniger Food Noise erstmal ziemlich geil.
Das würde ich auch heute nicht anders sagen.
Aber was passiert, wenn nicht nur Hunger leiser wird?
Was, wenn Alkohol weniger interessant wird?
Nikotin?
Shopping?
Social Media?
Zocken?
Sex?
Andere Dinge, die unser Gehirn normalerweise als belohnend empfindet?
Gibt es so etwas wie „Reward Noise“?
Der Begriff ist hier eher meine Beschreibung als eine medizinische Diagnose.
Und ich möchte aus meiner persönlichen Erfahrung auch keine neurologische Theorie basteln.
Aber genau diese Frage finde ich mittlerweile unglaublich interessant.
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DAS KRASSE IST: ICH MUSSTE MICH NICHT ZUSAMMENREISSEN
Das war für mich eigentlich der größte Unterschied.
Normalerweise denkt man bei Gewichtsverlust:
Disziplin.
Du möchtest die Pizza, isst aber Salat.
Du möchtest Schokolade, lässt sie aber liegen.
Du möchtest trinken, machst es aber nicht.
Bei mir war es unter Reta teilweise anders:
Der Wunsch war einfach nicht richtig da.
Und das fühlt sich komplett anders an als Willenskraft.
Du kämpfst nicht gegen das Verlangen.
Das Verlangen meldet sich einfach deutlich seltener.
Für mich war genau das wahrscheinlich der mächtigste Effekt der ganzen Geschichte.
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ABER RETA IST NICHT SEMAGLUTID
Das muss man bei der ganzen Diskussion klar sagen.
Die spannendsten kontrollierten Humanstudien zu Alkohol, die wir aktuell haben, betreffen vor allem Semaglutid und damit GLP-1-Rezeptoragonismus.
Retatrutide aktiviert zusätzlich GIP- und Glucagon-Rezeptoren.
Wir können deshalb nicht einfach sagen:
„Studie mit Semaglutid = exakt derselbe Effekt bei Reta.“
Und wir wissen noch längst nicht vollständig, welche Auswirkungen diese Wirkstoffe langfristig auf unterschiedliche Belohnungsverhaltensweisen haben.
Genau deshalb finde ich das Thema gerade so interessant.
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MEIN GEWICHT KANN ICH MESSEN. DAS HIER NICHT SO EINFACH.
30 Kilo weniger?
Waage drauf.
Hunger?
Schon schwieriger.
Verlangen nach Alkohol?
Noch subjektiver.
Allgemeines Interesse an Belohnungen?
Extrem schwierig.
Deshalb bleibt ein großer Teil davon bei mir genau das:
MEINE PERSÖNLICHE BEOBACHTUNG.
Ich kann nicht beweisen, dass Reta mein Verlangen nach Zigaretten oder Alkohol reduziert hat.
Aber ich kann ziemlich eindeutig sagen:
Seit meiner Reta-Zeit hat sich mein Verlangen danach massiv verändert.
Und damit hatte ich vor Beginn überhaupt nicht gerechnet.
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VIELLEICHT WAR DAS DER EIGENTLICHE GAMECHANGER
Natürlich feiere ich die 30+ kg.
Ich kann mich wieder ganz anders im Spiegel anschauen.
Klamotten sitzen anders.
Sport fühlt sich anders an.
Mein kompletter Körper hat sich verändert.
Aber rückblickend war vielleicht nicht die stärkste Veränderung, wie viel ich gegessen habe.
Sondern:
WIE WENIG ICH DARÜBER NACHDENKEN MUSSTE.
Und wenn sich zukünftige Forschung tatsächlich bestätigt, dass GLP-1-basierte Medikamente auch bei Alkohol, Nikotin oder anderen Formen von Verlangen eine Rolle spielen können, könnte dieser Bereich langfristig fast genauso spannend werden wie Gewichtsverlust.
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JETZT BRAUCHE ICH DIE RETA-COMMUNITY
Mich interessiert diesmal ausdrücklich nicht euer Gewichtsverlust.
Sondern:
Hat sich bei euch außer Hunger noch irgendein anderes Verlangen verändert?
Alkohol?
Zigaretten?
Süßigkeiten?
Kaffee?
Shopping?
Zocken?
Social Media?
Libido?
Oder vielleicht sogar das Gegenteil – überhaupt keine Veränderung?
Was ist bei euch seit Reta plötzlich uninteressanter geworden, obwohl ihr damit überhaupt nicht gerechnet habt?
Genau auf die Antworten bin ich diesmal wirklich gespannt.
Persönlicher Erfahrungsbericht, keine medizinische Empfehlung. Meine Erfahrungen mit Retatrutide beweisen keinen kausalen Effekt auf Alkohol-, Nikotin- oder anderes Belohnungsverhalten. Die klinische Forschung hierzu entwickelt sich derzeit vor allem bei GLP-1-Rezeptoragonisten weiter.