Hey meri,
grundsätzlich muss man bei der Schilddrüse zwischen gutartigen Knoten und bestimmten Formen von Schilddrüsenkrebs unterscheiden.
Bei GLP-1-Medikamenten gibt es insbesondere beim medullären Schilddrüsenkarzinom (MTC) und dem MEN2-Syndrom entsprechende Warnhinweise bzw. Gegenanzeigen. Das Ganze basiert hauptsächlich auf Tierversuchen. Beim Menschen konnte bisher kein eindeutiger Zusammenhang nachgewiesen werden.
Gutartige Schilddrüsenknoten sind dagegen nicht automatisch ein Ausschlusskriterium, solange diese ärztlich abgeklärt sind und regelmäßig kontrolliert werden.
Was den Bluthochdruck angeht, können GLP-1-basierte Medikamente sogar positive Auswirkungen haben, da sie häufig den Blutdruck senken. Allerdings sollte man gerade bei bestehender Blutdruckmedikation die Werte regelmäßig kontrollieren.
Ich persönlich würde in diesem Fall allerdings eher zu Tirzepatid (Mounjaro) tendieren als zu Reta. Einfach weil es bereits zugelassen ist, deutlich mehr Erfahrungen damit vorliegen und man die Behandlung auch ganz offen mit seinem Arzt besprechen kann. Man kann schließlich problemlos sagen, dass man Mounjaro nehmen möchte, und gemeinsam abklären, ob es infrage kommt.
Bei Reta fehlen uns dagegen noch einige Langzeitdaten. Außerdem wurde in Studien teilweise ein Anstieg der Herzfrequenz beobachtet.
Letztendlich sehe ich gutartige Schilddrüsenknoten und einen gut eingestellten Bluthochdruck nicht automatisch als Ausschlusskriterium für eine GLP-1-Therapie. Trotzdem würde ich gerade bei dieser Kombination vorher mit einem Arzt sprechen.
Wenn es jemanden aus meiner Familie betreffen würde, wäre mir persönlich eine ärztlich begleitete Behandlung mit Tirzepatid deutlich lieber als ein Experiment mit Reta.